Deutscher Gewerkschaftsbund

26.06.2018

2. Mai 1933 - Ein Tag der Erinnerung und Mahnung

Die Dürener Gewerkschaften erinnern mit der Anbringung einer Gedenktafel an die Besetzung des ADGB-Hauses am 2. Mai 1933 durch die Nationalsozialisten.

Während man 1933 als Arbeitgeberbewegung noch stritt, wie man mit den Faschisten umgehen sollte, ob man Widerstand leistet oder ob man sich anbiedert und versucht, das NS-Regime unbeschadet zu überstehen, schafften die Nationalsozialisten Fakten und verhafteten unsere Funktionärinnen und Funktionäre nach und nach. Man folterte sie, schmiss sie ins Gefängnis oder ins KZ und manch einer ward nie mehr gesehen. In Düren wurde am 2. Mai 1933 durch die Sturmabteilung "SA" der Nationalsozialisten das Gewerkschaftshaus des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes in der Kreuzstraße 25 besetzt; das Vermögen wurde beschlagnahmt und die Weiterarbeit verboten. Durch Recherchen der IG BCE OG Düren zum Zwangsarbeiterlager, konnte in der Friedrich-Ebert-Stiftung erstmals belegt werden, welche Funktionäre und Gewerkschaften in der Kreuzstr. tätig waren. Deshalbt steht heute fest, dass neben vielen weiteren, der Vorsitzende des ADGB, Barthel Eichelmann inhaftiert wurde.

Das ADGB-Haus ist spätestens am 16.11.1944 zerstört worden. Nach dem Krieg wurde die Kreuzstraße neu bebaut und die Hausnummer neu vergeben.

Mit der Anbringung einer Gedenktafel in der Kreuzstraße haben die Gewerkschaften im Kreis Düren die Chance ergriffen, an die Arbeit des ADGB und die inhaftierten Kollegen zu erinnern. Die Enthüllung der Tafel fand während der 1. Mai-Demonstration in diesem Jahr statt.

"Heute, mehr denn je, soll die Gedenktafel Erinnerung und Mahnung sein. Sie steht für Demokratie, Menschenrechte und Freiheit", betont Ludger Bentlage, Vorsitzender des DGB-Kreisverbandes Düren. Und weiter: "Eine politische Ideologie, die am 2. Mai 1933 im ganzen reich die Gewerkschaftshäuser besetzte, unsere Funktioärinnen und Funktionäre verhaften oder umbringen ließ, unser Vermögen beschlagnahmte und später für die größten Verbrechen der Menschheitsgeschichte und für millionenfachen Mord verantwortlich war - solch eine Ideologie sollte und soll nie wieder in politische Funktion und Verantwortung gelangen.

Deshalb reigen sich Gewerkschaften im Kampf gegen Rechts immer wieder ganz vorne mit ein. Denn die größte Lehre aus dieser Zeit lautet: Nie wieder Faschismus!