Deutscher Gewerkschaftsbund

07.11.2017

PLANB BLEIBT AKTUELL:

DIE HALTUNG DER GEWERKSCHAFTSJUGEND NACH DER BUNDESTAGSWAHL

"Aus Gewerkschaftssicht ist das Ergebnis erschütternd": Die Bundestagswahl und die Gewerkschaftsjugend.

PlanB bleibt Aktuell

DGB Jugend

"Aus Ge­werk­schafts­sicht ist das Er­geb­nis er­schüt­ternd": Der DGB-Vor­sit­zen­de Rei­ner Hoff­mann lässt kei­nen Zwei­fel dar­an, was er vom Aus­gang der Bun­des­tags­wahl am 24. Sep­tem­ber 2017 hält.

Die Ver­lus­te der Volks­par­tei­en, das Ein­rücken ei­ner großen AfD-Frak­ti­on, ei­ne mög­li­che "Ja­mai­ka"-Ko­ali­ti­on aus CDU/CSU, Grü­nen und der wie­der­ge­ne­se­nen FDP – was auch die Zu­kunft bringt, die Aus­sich­ten sind nicht ro­sig. In den Wor­ten der DGB-Ju­gend Ber­lin-Bran­den­burg: Der Wahl­a­bend war ein "be­schis­se­nes Er­satz­pro­gramm für den Tat­ort". Aber wel­che Ko­ali­ti­on auch ge­schmie­det wird, Ge­werk­schaf­ter_in­nen sind sich in ei­nem weit­ge­hend ei­nig: In den nächs­ten Jah­ren ste­hen so­zia­le Ge­rech­tig­keit und Bil­dungs­chan­cen an­ge­sichts des Wan­dels der Ar­beit – Stich­wort: Di­gi­ta­li­sie­rung – oben auf der Agen­da. Ge­werk­schaf­ten wer­den die Po­li­tik dar­an mes­sen, "ob es ge­lingt, dass Men­schen or­dent­li­che Ar­beit ha­ben, ver­nünf­ti­ge Löh­ne und ei­ne an­stän­di­ge so­zia­le Si­che­rung", wie Hoff­mann sagt.

Auch wie es für die The­men der Ge­werk­schafts­ju­gend aus­sieht, kann noch nie­mand ge­nau sa­gen. Aber hier gilt eben­so: Die jun­gen Ak­ti­ven wer­den so­zia­le Un­ge­rech­tig­keit und Rechts­ruck nicht hin­neh­men. Sie set­zen sich für bes­se­re Bil­dungs-, Ar­beits- und Le­bens­be­din­gun­gen ein – egal wer in der Po­li­tik das Sa­gen hat. "Als Ge­werk­schafts­ju­gend ste­hen wir vor wie nach der Wahl für ei­ne of­fe­ne, viel­fäl­ti­ge und so­li­da­ri­sche Ge­sell­schaft", sagt DGB-Bun­des­ju­gend­se­kre­tä­rin Ma­nue­la Con­te. Und die ver.​di Ju­gend schreibt: "Wir sind 87 Pro­zent, die für ei­ne of­fe­ne und viel­fäl­ti­ge Ge­sell­schaft ste­hen; für So­li­da­ri­tät un­ter al­len Aus­zu­bil­den­den, Stu­die­ren­den und Be­schäf­tig­ten und für so­zia­le Ge­rech­tig­keit und gu­te Ar­beit."

Im Vor­feld der Wahl hat­te die DGB-Ju­gend auf ih­rer Ho­me­pa­ge die Mög­lich­keit ge­bo­ten, mit den Kan­di­dat_in­nen der Par­tei­en Kon­takt auf­zu­neh­men und sie mit ih­ren PlanB-For­de­run­gen nach bes­se­ren Aus­bil­dungs- und Stu­dien­be­din­gun­gen und Um­ver­tei­lung be­kannt zu ma­chen. Jetzt sind die Er­geb­nis­se da. Be­trach­tet man die Frak­tio­nen ein­zeln, er­gibt sich fol­gen­des Bild: Ins­ge­samt ha­ben 75 Pro­zent der ak­tu­el­len Links-Frak­ti­on den PlanB un­ter­stützt, dicht ge­folgt von 66 Pro­zent der Grü­nen und 61 der ak­tu­el­len SPD-Frak­ti­on. Bei der CDU/CSU wa­ren es sie­ben Pro­zent.

Rund die Hälf­te der 1.205 Kan­di­dat_in­nen zum Bun­des­tag hat den PlanB un­ter­stützt. Von die­sen 600 Un­ter­stüt­zer_in­nen sind 206 in den Bun­des­tag ein­ge­zo­gen, folg­lich ha­ben sich rund ein Drit­tel (29 Pro­zent) der Ab­ge­ord­ne­ten im neu­en Bun­des­tag mit den For­de­run­gen be­fasst.

Das Kan­di­dat_in­nen­tool auf ju­gend.​dgb.​de wur­de nun so um­ge­baut, dass man vor Ort über­prü­fen kann, ob die Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten im Wahl­kreis den PlanB un­ter­stützt ha­ben – das sind In­fos, mit de­nen man Druck ma­chen kann. Die Ar­beit mit den neu­en Ver­hält­nis­sen kann al­so gleich be­gin­nen.


(aus der So­li ak­tu­ell 10/2017, Au­to­rin: So­li ak­tu­ell)

http://jugend.dgb.de/dgb_jugend/material/magazin-soli/soli-archiv-2017/soli-aktuell-10-2017/++co++8bec056a-a836-11e7-875a-525400d8729f