Deutscher Gewerkschaftsbund

12.02.2015
Der DGB-Kreisverband spricht über gesetzliche Grundlagen und Auswirkungen des Mindestlohns

DGB-Mindestlohn-Veranstaltung in Geilenkirchen

8,50 Euro für alle? Noch gibt es Ausnahmen.

 

Fr, 6. Feb. 2015
Geilenkirchener Zeitung /   Lokales / Seite 18

Kreis Heinsberg

„Alle Arbeitnehmer haben Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn“, machte Markus Jentgens im Versammlungsraum des Sportpark Loherhof in Geilenkirchen vor drei Dutzend Zuhörern klar. Der Fachanwalt für Arbeitsrecht referierte im Auftrag des DGB-Kreisverbands Heinsberg über den zum 1. Januar eingeführten Mindestlohn von 8,50 Euro und ging auch auf zeitlich befristete Sonderregelungen ein.

Die Menschen für den Mindestlohn zu sensibilisieren, hat sich der DGB im Kreis für die kommenden Monate vorgenommen. Vorsitzender Willi Klaßen ermunterte zum Dialog zum Mindestlohn. Gewerkschaftssekretär der DGB-Region NRW Süd-West, Thomas Hartmann, moderierte die Veranstaltung und verwarf Gerüchte, wonach der Mindestlohn die Schwarzarbeit fördere: „Wer will das vier Wochen nach Einführung des Mindestlohnes wissen“, fragte Hartmann, bevor Markus Jentgens über die gesetzlichen Grundlagen aufklärte.

Der gesetzliche Mindestlohn sei das Minimum, was jedem Arbeitnehmer zustehe, wobei für manche Branchen eine Übergangsfrist bis zum 31. Dezember 2016 verankert sei. Er müsse auch bei geringfügiger Beschäftigung gezahlt werden, wobei hier von einer Arbeitszeit von 52,94 Stunden pro Monat ausgegangen werde. Jeder   deutsche Arbeitgeber habe den Mindestlohn auch für Arbeitnehmer ausländischer Unternehmen zu zahlen, die in Deutschland arbeiten. Der Mindestlohn gelte auch für Rentner, aber nicht für Selbstständige.

Die ausgehandelten Ausnahmen beträfen für einen begrenzten Zeitraum Minderjährige, Auszubildende, Langzeitarbeitslose, Ehrenamtler und Praktikanten mit verpflichtendem Praktikum. Auch für Erntehelfer gelte noch eine auf vier Jahre befristete Sonderregelung. (g.s.)


Nach oben