Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 001/2018 - 13.06.2018

Das ‚Cafe Zuflucht‘ ist für die Aachener Integrationsarbeit unverzichtbar!

Mit völligem Unverständnis reagiert der DGB auf das drohende Aus der Flüchtlingsberatungsstelle Café Zuflucht. Das Café Zuflucht als Anlaufstelle für Geflüchtete ist aus unserer Sicht unverzichtbar. Befremdlich ist außerdem der in den Medienberichten erwähnte Zusammenhang, den das Integrationsministerium NRW als Begründung für die Streichung der finanziellen Mittel angibt. Denn das Ausbleiben der Förderung des Vereins (!) wird in unmittelbaren Zusammenhang mit einem anhängigen Ermittlungsverfahrens gegen einen hauptamtlich Beschäftigten gestellt. „Dass hier ein noch laufendes Verfahren gegen einen Beschäftigten zum Anlass genommen wird, die Integrationsleistung eines seit über 25 Jahren wirkenden Vereins zu zerschlagen ist ein Unding und kommt einer Vorverurteilung gleich. Wir arbeiten im Rahmen unserer Flüchtlings- und Integrationsarbeit seit vielen Jahren konstruktiv und vertrauensvoll mit dem Café Zuflucht zusammen. Für uns und die Stadt Aachen wäre es ein Riesenrückschlag für die Integrationsarbeit. Daher erwarte ich auch von der Stadt Aachen ein klares und deutliches Signal hinsichtlich der kommunalen Förderung unabhängig vom Verhalten des Landesministeriums,“ so die Bewertung von Ralf Woelk, Geschäftsführer der DGB-Region NRW Süd-West. Der DGB wendet sich ebenfalls  sowohl an das Integrationsministerium als auch an den Ministerpräsidenten des Landes NRW, die Förderung dieser wichtigen Institution unabhängig vom Verfahren gegen einen Beschäftigten vorzunehmen. „Hier erwarte ich eine klare Reaktion von Ministerpräsident Armin Laschet, der noch bei der 25-Jahr-Feier lobende Worte für die Integrationsleistung des Vereins ‚Cafe Zuflucht‘ fand.“

Der DGB arbeitet seit vielen Jahren mit den Beratungskräften des ‚Cafe Zuflucht‘ zusammen und schätzt die Einrichtung als kompetenten Ansprechpartner u.a. bei Fragen zum Asylverfahren, zur Beantragung von Leistungen und beim Zugang zum Arbeitsmarkt. „Ohne die Arbeit der Beratungsstelle würde ein wesentlicher Baustein der Aachener Integrationsarbeit wegbrechen. Ich hoffe, dass die Politik auf Landes- und kommunaler Ebene hier ihre Entscheidungen noch überdenkt!“, so Franz-Peter Beckers (ehemaliger Bevollmächtigter der IG Metall Aachen), der seit vielen Jahren im Flüchtlingsprojekt des DGB auch mit dem Cafe Zuflucht zusammen arbeitet.