Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 005/2018 - 28.08.2018
Nie wieder Krieg!

Antikriegstag 2018

Abrüsten statt Aufrüsten!

1.9.2018

DGB Aachen / Aachener Friedenspreis

Sehr geehrte Damen und Herren,

am 1. September 1939 begann der 2. Weltkrieg mit dem Überfall des Deutschen Reiches auf Polen. Nach dem Krieg wurde dieses Datum zum Symbol der Friedensbewegung und begründet die Tradition des Antikriegstages am 1. September. In vielen Ländern und zahlreichen Städten finden daher alljährlich am 1.9. Kundgebungen und Aktionen statt, die sowohl an den Ausbruch des 2. Weltkrieges erinnern als auch viele aktuelle Kriege und friedenspolitische Themen aufgreifen.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund ist vielerorts als Teil der Friedensbewegung in die Aktivitäten eingebunden. So gehörte der DGB in Aachen seinerzeit auch zu den Gründungsmitgliedern des Aachener Friedenspreises. Seither ist es gute Tradition, dass DGB und Friedenspreis am 1. September gemeinsam zu Kundgebung, Demonstration und anschließender Preisverleihung aufrufen.

Ein zentrales Thema in diesem Jahr wird die Verabredung der NATO-Staaten sein, die Ausgaben für den Wehretat auf 2% des Bruttoinlandsproduktes (BIP) anzuheben. Für Deutschland würde das zusätzliche rund 30 Milliarden € jährlich bedeuten, und damit nahezu eine Verdopplung des derzeitigen Verteidigungshaushaltes. Im Koalitionsvertrag der Bundesregierung ist dieses Ziel indirekt enthalten. Für den Deutschen Gewerkschaftsbund ist diese Zielsetzung eine völlig unakzeptable Entwicklung und angesichts einer objektiv fehlenden äußeren Bedrohung auch unverhältnismäßig und anachronistisch. Auf dem DGB-Bundeskongress im Mai d.J. wurde mit großer Mehrheit ein Antrag mit dem Titel ‚No 2 Percent‘ verabschiedet, der eine aktuelle Kampagne gegen diese massive Aufrüstung aufgreift und sich gegen die Aufblähung des Wehretats richtet. „Angesichts der großen Herausforderungen mit Blick auf die Energiewende, den Strukturwandel und die erforderlichen Mittel für Investitionen in die Infrastruktur, den Straßen-, Brücken- und Wohnungsbau wäre solch eine Entwicklung aus Sicht der Gewerkschaften eine grob fahrlässige Fehlsteuerung und eine der größten Verschwendungen von Steuermitteln in der bundesdeutschen Geschichte,“ formuliert auch der Geschäftsführer des hiesigen DGB, Ralf Woelk, seine deutliche Kritik an den beabsichtigten Plänen der Bundesregierung. Die ‚No 2 Percent‘-Kampagne ist ebenfalls zentrales Thema des diesjährigen Aufrufes des DGB-Bundesvorstandes zum 1. September.

Der Hauptredner im Rahmen der Aachener Antikriegstagsveranstaltung wird der Bundestagsabgeordnete der Partei Die Linke, Andrej Hunko sein. Auch in seinem Beitrag wird das 2-%-Ziel der NATO-Staaten eine große Rolle spielen, aber auch die zunehmende Anzahl von Auslandseinsätzen und damit einhergehend die Entwicklung der Bundeswehr von einer Verteidigungsarmee hin zu einer mobilen Einsatztruppe.

Da der 1. September in diesem Jahr auf einen Samstag fällt, unterscheidet sich der zeitliche Ablauf von den Vorjahren: Beginn der Kundgebung am Elisenbrunnen ist um 17:45h mit Beiträgen des Liedermachers Klaus Kläs. Daran anschließend folgen der DGB-Geschäftsführer Ralf Woelk und Andrej Hunko mit kurzen Beiträgen. Gegen 18:30h startet ein Demonstrationszug durch die Aachener Innenstadt in Richtung Aula Carolina, wo um 19 Uhr die Preisverleihung des Aachener Friedenspreises stattfindet. Diesjähriger Laudator ist Hans-Christian Ströbele.

 

Wir bitten um Berichterstattung und Ankündigung im Vorfeld.