Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 004/2018 - 17.08.2018

DGB-Gewerkschaften unterstützen den Revierappell

Revierappell

DGB Region NRW Süd-West

Im Rahmen eines Pressegespräches drückten heute alle acht DGB-Gewerkschaften ihre Unterstützung für den Revier-Appell aus, den die Gewerkschaften IG BCE und ver.di Ende Juni der Öffentlichkeit vorgestellt haben. Neben der Unterstützung des Revier-Appells wurden dabei auch die Anforderungen der Gewerkschaften an den Strukturwandel formuliert. Diana Hafke, Geschäftsführerin der NGG Aachen, machte am Beispiel der Zuckerproduktion deutlich, wie energieintensiv sowohl die Zuckerproduktion und damit auch die Abhängigkeit der gesamten Süßwarenindustrie von diesem Rohstoff und dessen Preis ist. Versorgungssicherheit und Preisstabilität sind wichtige Faktoren für die Standort- und Investitionsentscheidungen von vielen weiteren energieintensiven Industrien, wie z.B. der Chemie-, Papier- und Glasindustrie, aber auch der metallverarbeitenden Industrie.

Die Gewerkschaften des DGB sind davon überzeugt, dass die gesamte Region als auch das Rheinische Revier über ein großes Wachstumspotential verfügen, um den Strukturwandel erfolgreich zu gestalten (Stichwort: E-Mobilität). Dies ist allerdings kein Selbstläufer. Bereits jetzt gibt es Schwierigkeiten, ausreichend Flächen und Arbeitskräfte für die verschiedenen alten wie neuen Unternehmen zur Verfügung zu stellen. Die Ausweisung von zusätzlichen Gewerbeflächen sowie die aktive Anwerbung von Arbeitskräften in unsere Region sind daher wichtige Stellschrauben, um den Strukturwandel zu gestalten. Um neue Arbeitskräfte und deren Familien in die Region zu bekommen, sind attraktive Arbeitsbedingungen genauso wichtig wie preiswerter Wohnraum. Hier sind insbesondere die Kommunen in der Pflicht, ein attraktives Wohnraumangebot zur Verfügung zu stellen. Zum Thema Strukturwandel erläutert der Geschäftsführer des hiesigen DGB, Ralf Woelk: „Beim Strukturwandel geht es nicht nur um die Beschäftigten in der Braunkohleindustrie. Viele energieintensive Industrien der Region brauchen verlässliche Preise und eine sichere Energieversorgung. Wenn diese beiden Faktoren nicht gewährleistet werden können, reden wir hier nicht mehr über Strukturwandel, sondern nur noch über Schadensbegrenzung. Wir sehen in der Region zwar große Wachstumspotentiale, aber es braucht ein Zusammenspiel aller Akteure in der Region, um diese Wachstumspotentiale auch zu heben. Entscheidend wird dabei sein, dass wir am Ende ein Industriestandort bleiben, nur darüber sind die hohe Qualität und Quantität an Arbeitsplätzen in der Region zu halten.“

Die gewerkschaftlichen Anforderungen an den Strukturwandel in der Region sind in der beigefügten Anlage aufgeführt. Die gewerkschaftlichen Teilnehmer am Pressegespräch sind auf dem ebenfalls beigefügten Foto dokumentiert, welches wir Ihnen hiermit zur Veröffentlichung zur Verfügung stellen. Die Teilnehmer v.l.n.r.: Johannes Houben (EVG), Diana Hafke (NGG), Ralf Woelk (DGB), Andreas Frohberg (GEW), Helga Jungheim (ver.di), Michael Napetschnik (IG BAU), Manfred Maresch (IG BCE), Martin Peters (IGM), Achim Schyns (IGM).