Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 006/2018 - 03.09.2018

Ausbidungsstart: DGB-Jugend Aachen fordert Entlastung durch NRW-weites Azubi-Ticket

Azubi-Ticket

DGB Jugend Aachen

Am 1. September beginnt für viele junge Menschen ein neuer Lebensabschnitt: Als Auszubildende starten sie ihre Berufsausbildung - sowohl im Betrieb als auch in der Berufsschule. Damit beginnt eine neue Lebensphase, in der sie immer mehr eigene Entscheidungen treffen und zum Beispiel in eine eigene Wohnung ziehen. Mit einer kleinen Ausbildungsvergütung, die ihnen Betriebe bei der dualen Ausbildung zahlen müssen, gewinnen sie an Unabhängigkeit. Doch das eigene Leben ist teuer. Deswegen fordert eine DGB-Jugend Aachen eine gezielte Entlastung durch ein NRW-weites Azubi-Ticket.

"Um Auszubildende finanziell zu entlasten und ihnen mehr Möglichkeiten zu geben, sollte die Landesregierung endlich gemeinsam mit den Verkehrsverbünden handeln: Wir brauchen ein NRW-weites und bezahlbares Azubi-Ticket, das alle Auszubildenden erwerben können, um den gesamten Nahverkehr im Bundesland rund um die Uhr zu nutzen", fordert DGB-Jugendbildungsreferentin Clea Stille. Studierende haben schon seit jahren ein NRW-weites Semesterticket. Deshalb sei es jetzt Zeit, hier auch Auszubildende zu entlasten. "Mit einem NRW-Azubi-Ticket würde die duale Berufsausbildung insgesamt attraktiver gemacht. Und das ist bitter nötig, weil sie ein Rückgrat für wirtschaftlichen Erfolg darstellt", erläutert Clea Stille.

Seit dem 1. August 2018 können Auszubildende im Aachener Verkehrsverbund (AVV) für 62 Euro für ein Azubi-Ticket-Abo erwerben, statt wie zuvor 118 Euro zahlen zu müssen. Dieses Ticket gilt aber nur für das AVV-Gebiet. Wer zwischen zwei Verkehrsverbünden pendeln muss, profitiert nicht davon. "Wir freuen uns sehr, dass die langjährige Forderung der Gewerkschaftsjugend nach einem preisgünstigen Azubi-Ticket im AVV Gebiet umgesetzt wurde. Wir verfolgen aber weiterhin auch das Ziel eine NRW-weiten Tickets für Auszubildende." ergänzt Clea Stille.

Die Gewerkschaftsjugend weist daraufhin, dass es einen klaren Zusammenhang zwischen dem akuten Fachkräftemangel und dem Mangel an attrativen Angeborten für Azubis gibt, zum Beispiel für bessere Mobilität. Mit einem Azubi-Ticket sei es wesentlich günstiger und attraktiver, Ausbildungsplätze in regionaler Entfernung vom Wohnort anzunehmen. Somit bietet sich hier ein wirksames Hilfsmittel, um regionale Unterschiede zwischen Ausbildungsangebot und -nachfrage zu lindern. Zudem wird eine landesweite Lösung auch zu einem verstärkten Netzausbau führen, von dem gerade ländliche Regionen profitieren können.