Deutscher Gewerkschaftsbund

Aachen, 18. März 1945: Die freien deutschen Gewerkschaften werden gegründet.

Die Aachener Region war bereits im Herbst 1944 vom Nationalsozialismus befreit. Kurze Zeit später traf sich bereits eine Gruppe ehemaliger Gewerkschafter, um den Neuaufbau der neuen Gewerkschaftsorganisation vorzubereiten. Während die Alliierten noch dabei waren, Hitlers Truppen im restlichen Deutschen Reich zu besiegen, wurde in Aachen am 18. März 1945 zur Gründungsversammlung der Gewerkschaften eingeladen.

Über 80 Menschen folgten der Einladung und gründeten die erste Vorläuferorganisation des DGB nach 1945, den Freien Deutschen Gewerkschaftsbund. Sozialdemokratische, kommunistische und christliche Gewerkschafter waren sich bereits in der Vorbereitung einig gewesen, dass nun ein starker Einheitsbund der Gewerkschaften nötig war. Damit zog man die Lehre aus der Vergangenheit, in der die verschiedenen Richtungsgewerkschaften zu einer Spaltung der Arbeiterbewegung geführt hatten und somit teilweise mitverantwortlich war für die Machtergreifung Hitlers.

Nach zwölf Jahren Nazi-Diktatur und der Zerschlagung der freien Gewerkschaftsorganisationen am 2. Mai 1933, gründeten am 18. März 1945 sozialdemokratische, kommunistische und christliche Gewerkschafter in Aachen die erste Einheitsgewerkschaft auf deutschem Boden.

"Ein großer Tag für die deutschen Arbeiter", so lautete die Schlagzeile der "Aachener Nachrichten". Und auch international fand die Gründung der ersten Gewerkschaftsorganisation große Beachtung.
Berühmt wurde das Aachener 13-Punkte-Programm, das auf der Gründungsversammlung beschlossen wurde. Aktivitäten für Frieden und Völkerverständigung und der Einsatz gegen Faschismus und Militarismus zählten dabei zu den wichtigsten Aufgaben, welche sich die Gewerkschaften selbst gesetzt haben. Diesen Auftrag führen wir fort.