Deutscher Gewerkschaftsbund

06.11.2011

DGB ehrt das Lebenswerk von Hein Kolberg mit einer Filmbiografie

Lebensgeschichtliches Interview in vier Kapiteln auf DVD

Kapitel 1
Kinder und - Jugendjahre in den 20er und 30er
Hein Kolberg berichtet darüber, wie er, 1921 als eines von vier Kindern geboren, mit seiner Familie in der Peterstraße lebte. Er beschreibt die Wohnverhältnisse und berichtet über die Solidarität in diesem Viertel. Die Weltwirtschaftskrise traf die Familie mit aller Härte. Hein Kolberg versuchte, das immer kleiner werdende Familienbudget aufzubessern. Hier in der Peterstraße hatte er auch den ersten Kontakt mit der KPD. 1928 wurde er mit 51 weiteren Kindern eingeschult. Er beschreibt seinen Lehrer als einen national denkenden Deutschen, der die Schüler durch seine Ansichten prägte. Mit der Machtübernahme wurde die Jugend straffer, sie wurde auf die nationalsozialistische Weltherrschaft vorbereitet. In der Peterstraße, so Kolberg, stießen die National-sozialisten auf Ablehnung. Es kam zu gewalttätigen Auseinander-setzungen. Nach 1933 marschierten die Nazis durch die Straße und demütigten die Bewohner. Er erlebte 1938 den Synagogenbrand und die Auswirkungen daraus, wie die Einweisung der Juden in das Lager am Grünen Weg.

Kapitel 2
Kriegszeiten
                                                                                                                                          Hein Hein Kolberg erinnert sich, dass der Kriegsausbruch am 1. September in Aachen zunächst mit Sorge betrachtet wurde. Der Westdeutsche Beobachter berichtete nur von Erfolgen, nichts über Verwundete oder Verletzte. Hitler gewann an Ansehen. Kolberg wurde dann zur Wehrmacht eingezogen und kämpfte zunächst in den Niederlanden und Belgien, danach wurde er an die Ostfront verlegt, wo er am Angriff auf die UdSSR beteiligt war. Brachte der Sommer Erfolge, so wandelte sich dies im russischen Winter. Hein Kolberg schildert, wie er mit seinen Kameraden bei Talyn eingeschlossen und später verwundet wurde. Er kam in ein Lazarett. Nach seiner Genesung kam er wieder an die Front bei Leningrad, schließlich gehörte er zu den Soldaten, welche die Hauptstadt Berlin verteidigen sollten, da war der Krieg in Aachen schon zu Ende.

Kapitel 3
Gewerkschaftsarbeit nach dem Krieg
Hein Kolberg schildert, wie er nach dem Krieg eine Arbeitsstelle bei Englebert bekommt und Genaueres über die Zeit des Nationalsozialismus erfährt. Im Betrieb gibt es immer wieder
Versammlungen über Fragen der Produktion und der sozialen Bedingungen der Mitarbeiter. Kolberg lernt so die Gewerkschaft kennen und wird Mitglied der IG Chemie. Sonntags gibt es immer Lehrstunden der Gewerkschaft. Hier, so entsinnt sich Kolberg, hat er viel über die Rechte der Arbeiter gelernt, die er dann auch vertritt, was zu Sanktionen führt. Auch hat er Kontakt zu Mitgliedern der KPD und tritt der Partei bei. Sein Engagement für soziale Fragen lässt ihn zum Betriebsratsmitglied und schließlich zum Vorsitzenden des Betriebsrates werden. 1956 wird die KPD verboten, Kolberg wird zwei Jahre später verhaftet und verurteilt.

Kapitel 4
Vom zivilen Ungehorsam zum Friedenspreis
Hein Kolberg spricht über die Gegenwart. Seine Tätigkeit im Rahmen des Aachener Friedenspreises. Er wirft dabei einen Blick zurück auf die Demonstrationen gegen Wiederbewaffnung, den Vietnamkrieg, die Zeit der Studentenunruhen und seine Haltung dazu. Hein Kolberg setzt sich weiter für den Erhalt des Friedens ein, auf Kundgebungen, Demonstrationen und mit diesem Film.