Deutscher Gewerkschaftsbund

14.07.2021

Minijobs in der Krise

DGB-Kreisvorsitzende fordern Reform der Minijobs: „Die Krise ist ein Alarmsignal“

Im September 2020 gab es in der DGB-Region NRW Süd-West 122.783 Minijobber*innen. Das sind rund 7600 weniger als im Jahr davor. Vor allem im Handel, im Gastgewerbe und in der Leiharbeit war im Laufe des Jahres ein hoher Rückgang der Minijobs zu verzeichnen. Das bedeutet: Tausende Menschen in unserer Region haben in der Corona-Pandemie ihre Jobs verloren und landeten zum Teil in Hartz IV. Der DGB fordert angesichts dieser Zahlen eine Minijob-Reform.

„Die aktuelle Krise ist ein Alarmsignal. Minijobberinnen und Minijobber wurden in der Pandemie als erste vor die Tür gesetzt, als die Restaurants, die Läden und die Schulen dicht machen mussten“, sagte Ludger Bentlage, Vorsitzender des DGB-Kreisverbands Düren-Jülich.

Da geringfügig Beschäftigte von der Arbeitslosenversicherung ausgeschlossen sind, erhalten sie weder Kurzarbeiter-, noch Arbeitslosengeld. Vielen bleiben nur die viel zu niedrigen Leistungen der Grundsicherung.

„Minijobberinnen und Minijobber mussten bittere Einkommensverluste einstecken und haben Probleme, überhaupt ihren Lebensunterhalt zu sichern. Gerade in Krisenzeiten müssen sich Beschäftigte aber auf ein soziales Sicherungsnetz verlassen können. Minijobs lösen dieses Versprechen nicht ein“,  beklagt Willi Klaßen, Vorsitzender des DGB-Kreisverbandes Heinsberg.

„Dem vermeintlichen Vorteil eines Brutto-für-Netto-Verdienstes stehen Niedriglöhne und Altersarmut gegenüber. Vor allem Frauen wird durch diese Fehlanreize die Möglichkeit einer eigenständigen Existenzsicherung verwehrt. Minijobs sind ein Relikt anderer Zeiten und müssen dringend reformiert werden“, fordert Rolf Winkler, Vorsitzender DGB-Kreisverband StädteRegion Aachen.

Der DGB kritisiert wegen seiner gravierenden Nachteile für Beschäftigte schon lange das „System Minijob“ und setzt sich für eine Umwandlung aller Minijobs in sozial abgesicherte Beschäftigung ein.

 


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