Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 005/2023 - 17.08.2023

Süße Früchte - bitterer Beigeschmack

Das Netzwerk gegen Ausbeutung von Saisonkräften in der Landwirt-schaft zieht Bilanz der Erntesaison 2023.

Spätestens wenn der September kommt, verschwinden die Erdbeeren und andere süße Früchte von unseren Feldern. Zeit für eine Erntebilanz aus der Perspektive der Saisonkräfte und Erntehelfenden.

Die Organisation Faire Mobilität, Arbeit und Leben, der Deutsche Gewerkschaftsbund, die Beratungsstelle Arbeit und die Katholische Arbeitnehmerbewegung zeigen die Schattenseite der agrarischen Lebensmittelproduktion auf.

In den vergangenen 18 Monaten haben sich allein in NRW bereits 80 Beschwerden bzw. Anzeigen über ausbleibende Löhne, unbezahlte Überstunden sowie Hinweise auf Versicherungsbetrug oder Einschüchterungen angesammelt. Die zunehmenden Klagen sind auch ein Ergebnis des kontinuierlichen Einsatzes des Nerzwerks gegen Arbeitsausbeutung in der Landwirtschaft und die wachsende Bekanntheit der Beschwerdestellen.

In wiederkehrenden Touren über die heimischen Felder unserer Region sucht das Netzwerkteam den direkten Kontakt zu den Beschäftigten, die überwiegend aus Rumänien, Bulgarien und anderen meist osteuropäischen Ländern stammen. Dabei ist immer wieder festzustellen, wie verängstigt die Erntehelfenden sind, überhaupt mit den Expert*innen und Dolmetscher*innen in Verbindung zu treten. Oft wird jeglicher Austausch umgehend von Vorarbeiter*innen – wenn nicht gar durch die Betriebsinhaber selbst – unterbunden: Drohungen statt Dialog!

Tatsächliche Beschäftigtenzahlen gibt es in diesem Sektor auch von öffentlichen Stellen selten – und wenn dann als grobe Schätzung. Auch die Kontrolldichte ist noch so gering, dass die meisten Betriebe ihre illegale Beschäftigungspraxis ungestört fortführen können.

Die angespannte Situation in diesem Marktsegment für die Beschäftigten ist ein bundesweites Problem wie auf dem aktuellen Jahresbericht „Faire Landarbeit“ (https://igbau.de/initiative-Faire-Landarbeit.html) hervorgeht. Aber auch die Herkunftsländer sehen die aktuelle Lage sehr kritisch. Die rumänische Sozialattacheé Gabriela Gâgiu lobt daher ausdrücklich die Arbeit des Netzwerks:

„Der Zugang der Saisonarbeiter zu Informationen über ihre Arbeitsrechte ist von wesentlicher Bedeutung, um Verstöße gegen Arbeitnehmerrechte zu verhindern und die Arbeitsmobilität in der EU gerechter zu gestalten!”

Wir möchten Ihnen die zum Teil bittere Not hinter dem Geschäft mit den süßen Feldfrüchten näherbringen und laden Sie daher als VertreterInnen der hiesigen Presse zum Austausch ein:

Am Mittwoch, den 23. August 2023 um 11:30 auf den Wochenmarkt in Heinsberg-Dremmen an der Mehrzweckhalle auf der Sebastianusstr. (Am Kirmesplatz).

Als Ansprechpersonen werden Catalina Guia (Arbeit und Leben), Tomislav Stevkov (IGBAU), Elina Gandelheidt (Beratungsstelle Arbeit), Johannes Eschweiler (Betriebsseelsorger), Thomas Hartmann (DGB) und Plamena Georgieva (Faire Mobilität) teilnehmen.

Wir freuen uns über eine Rückmeldung, ob wir mit Ihnen und einer Berichterstattung rechnen dürfen.

Melden Sie sich gerne unter thomas.hartmann@dgb.de oder unter der 0160-91691197.

Mit freundlichen Grüßen für das Netzwerk gegen Ausbeutung in der Landwirtschaft,

Thomas  Hartmann


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Dennewartstraße 17
52068 Aachen

Tel:  0241 - 9467 121
Fax: 0241 - 9467 129

Mail: aachen@dgb.de

Ansprechpartner: Ralf Woelk, Regionsvorsitzender


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