Deutscher Gewerkschaftsbund

Veranstaltungsprogramm zum Antikriegstag in Aachen

Erinnern - Mahnen - Gedenken

iCal Download
Antikriegstag 2023

DGB Region NRW Süd-West

Seit 1957 wird am 1. September in vielen Teilen der Welt an die Schrecken des Ersten und Zweiten Weltkriegs sowie an die Folgen von Krieg und Faschismus erinnert. Auch der DGB hat sich dieser Tradition verpflichtet und greift in vielen Veranstaltungen die Bedeutung des 1. September auf. In diesem Jahr führen wir zwischen dem 28.08.2023 und dem 05.09.2023 gemeinsam mit der vhs Aachen eine Woche des Erinnerns, Mahnens und Gedenkens durch.

Das Angebot besteht inhaltlich aus regionalgeschichtlichen Themen, Stadtrundgängen, Exkursionen und Workshops rund um die Themen Krieg und Faschismus in Aachen.

 

 

Montag, 28.08.2023 (18:00-20:00 Uhr)
Campusspaziergang zur Geschichte der Rüstungsforschung an der RWTH
Referent: Malte Meyer, Arbeit und Leben Aachen

Wie andere technischen Universitäten betrieb auch die RWTH insbesondere im Zeitalter der beiden Weltkriege Rüstungs- und Kriegsforschung. Aachener Ingenieure erforschten früh den militärischen Nutzen von Flugzeugen, entwickelten Werkzeugmaschinen für die Rüstungsindustrie und planten die Montage von Panzern. 1977 wurde das neu eröffnete Hörsaalgebäude nach dem Luftwaffenpionier Theodore von Kármán benannt. Und 2017 brachten Recherchen ans Licht, dass Maschinenbauer Machbarkeitsstudien für eine Panzerfabrik angefertigt hatten. Der Rundgang thematisiert vor allem die historische Rüstungsforschung, fragt aber auch nach der "Dual Use"-Problematik - jener gleichzeitigen Verwendbarkeit von Forschungsergebnissen für zivile wie militärische Zwecke.

Treffpunkt: Eingang des Kármán-Auditoriums
(Eilfschornsteinstraße 15)
Anmeldungen an: vhs.anmelung@mail.aachen.de unter Nennung der Kursnummer: 232-03302

 

Dienstag, 29.08.2023 /17:00-19:00 Uhr)
Stadtrundgang: "Alltag in der NS-Zeit"
Referent: Dr. Holger A. Dux, VHS Aachen

Vom Rathaus aus beschäftigen wir uns mit verschiedenen Facetten der NS-Zeit. Was wurde aus den Gewerkschaften? Gab es Arisierungen? Wie veränderte sich der Unterricht an Schulen und an der Hochschule? Was war mit der Heiligtumsfahrt 1937? Diese und viele weitere Fragen beantworten wir bei unserem Spaziergang in einem erweiterten Kreis um das Rathaus.

Treffpunkt: vor dem Rathaus
Anmeldungen an: vhs.anmeldungen@mail.aachen.de und Nennung der Kursnummer: 232-03303

 

Mittwoch, 30.08.2023 (19:00-21:00 Uhr)
Vortrag und Diskussion: "Aufrüsten für den Frieden?"
Referent: Jürgen Wagner, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Informationsstelle Militarisierung in Tübingen

Mit der von der Bundesregierung 2022 proklamierten "Zeitwende" hat die schon seit längerem betriebene Remilitarisierung deutscher Außenpolitik einen kräftigen Schub erhalten. Rüstungsindustrielle erfahren publizistische Wertschätzung, der Waffenexport in Kriegsgebiete gilt nicht länger als illegitim und die Bundeswehr kann sich über ein "Sondervermögen" von 100 Milliarden Euro freuen. Jürgen Wagner von der Tübinger "Informationsstelle Militarisierung" (IMI) hingegen ist bei seiner antimilitaristischen Position geblieben, dass Aufrüstung und Krieg vor allem im Interesse der Herrschenden liegen und sozialökologische Krisenlösungen blockieren. Seine auch in Buchform erschienenen Thesen über den "Rüstungswahn" der "Zeitwende" stellt er in seinem Vortrag zur Diskussion.

Ort: VHS Aachen (Forum, Raum 241)
Anmeldungen an: vhs.anmeldung@mail.aachen.de unter Nennung der Kursnummer: 232-03304

 

 

Freitag, 01.09.2023 (19:00 Uhr, Einlass: 18:30 Uhr)
Verleihung des Aachener Friedenspreises an "Feminist Anti-Qar Resistance" (Russland) und "Human Rights Defenders Fund" (Israel)

Im Jahr 1988 hat sich aus den unterschiedlichen Strömungen der Friedensbewegung der Aachener Friedenspreis gegründet. Seidem wird alljährlich der gleichnamige Preis an Menschen oder Organisationen verliehen, die sich in besonderer Art und Weise für den Frieden einsetzen. Dabei ist uns wichtig, Menschen auszuzeichnen, die bisher nicht im Fokus der Öffentlichkeit standen und die durch unsere Auszeichnung eine neue, besondere Aufmerksamkeit erfahren. 
In diesem Jahr geht der Friedenspreis an das feministische Antikriegsbündnis FAR aus Russland und die Menschenrechtsaktivisten HRDF aus Israel. Die Laudation wird in diesem Jahr von dem bekannten Kabarettisten Wilfried Schmickler gehalten.
Die Preisverleihung findet traditionell am 1. September, dem Antikriegstag in der Aula Carolina statt. Die Veranstaltung ist öffentlich und kostenlos. Es ist keine Anmeldung erforderlich.

Ort: Aula Carolina

 

 

Samstag, 02.09.2023 (14:00-17:00 Uhr)
Antimilitaristische Radtour durch Aachen
Referent: Malte Meyer, Arbeit und Leben Aachen

Als Grenz-, Industrie- und Universitätsstadt war Aachen im 20. Jahrhundert nicht nur in die Vorbereitung und Durchführung heißer wie kalter Kriege verwickelt, sondern wurde mit der Bombardierung der Stadt ab 1942 sowie der Schlacht um Aachen im Oktober 1944 auch selbst zum Kriegsschauplatz. Bunker- und Kasernenanlagen sowie die "Westwall" genannte Höckerlinie gehören zu den sichtbarsten Relikten von Aufrüstung und Krieg, aber auch unscheinbare Orte konnten und können bekanntlich eine verheerende Wirkung entfalten. Auf unserer Radtour begeben wir uns unter Leitung von Malte Meyer, der bei der VHS Aachen das Programm von "Arbeit und Leben" verantwortet, auf eine historische Spurensuche. 

Treffpunkt: Haupteingang der VHS Aachen
Anmldungen an: vhs.anmeldung@mail.aachen.de unter Nennung der Kursnummer: 232-03306

 

 

Samstag, 03.09.2023 (10:00-16:00 Uhr)
Antimilitarische Bustour nach Henri-Chapelle
Referent: Dr. Herbert Ruland, Historiker und langjähriger Leiter der Lehr- und Forschungsabteilung "Regionale Arbeiter-, Sozial- und Zeitgeschichte" an der Volkshochschule der Ostkantone in Eupen

Auf dem amerikanischen Soldatenfriedhof Henri-Chapelle bei Welkenraedt liegen fast 8.000 Gls begraben, die am Ende des Zweiten Weltkriegs z.B. bei der Schlacht um Aachen oder auch im Hürtgenwald ihr Leben verloren haben. Zum 23 Hektar großen Areal, das 15 Jahre nach Kriegsende eingeweiht wurde, gehört außer dem riesigen Gräberfeld eine Gedenkstätte und ein Museum. Im Rahmen unserer Busfahrt nach Belgien versuchen wir, uns an verschiedenen Haltepunkten die Schrecken und letzten Phasen des Zweiten Weltkriegs zu vergegenwärtigen, fragen nach der Geschichte des Soldatenfriedhofs, diskutieren aber auch die politischen und sozialen Voraussetzungen einer friedlichen Welt.

Treffpunkt: Sandkaulstraße / Ecke Hotmannspief
Anmeldungen bis 17.08.2023 unter Nennung der Kursnummer: 232-03308 an vhs.anmeldung@mailaachen.de

 

 

Angebote für den Schulunterricht:
Der Aachener Friedenspreis kommt in die Schule!

"Wie viele Menschen müssen für den Frieden auf die Straße gehen, um einen Krieg zu beenden?" - Egal, ob wir diese Frage im Philosophie-, Politik-, Deutsch- oder auch Mathematikunterricht diskutieren wollen - wir kommen dazu gerne in die Schule(n). Mitglieder des Vereins Aachener Friedenspreis gestalten in der Woche vor dem Antikriegstag (01.09.2023) den Unterricht. Dabei können wir z.B. die Arbeit der diesjährigen Preisträger*innen vorstellen. Vielleicht wird auch das Interesse geweckt, als Klasse oder Schule für das kommende Jahr selbst einen Preisträger*innen-Vorschlag einzureichen. Weitere Fragen oder Themen könnten sein: Wie kann man einen Krieg verhindern? Welche Rolle spielt dabei Zivile Konfliktbearbeitung? Fängt Frieden womöglich im Klassenzimmer an?!

In der Woche vom 28. - 31. August stehen wir für Unterrichtseinheiten zur Verfügung.  
Anfragen an: unterricht@aachener-friedenspreis.de

 

 

Für Schulkassen, Organisationen und Betriebsgruppen
Geführte Stadtrundgänge für Gruppen

Die thematischen Stadtrundgänge führen vorbei an ausgewählten Tafeln der "Wege gegen das Vergessen" und den bekannten "Stolpersteinen". Die Rundgänge werden inhaltlich koordiniert und durchgeführt von Yvonne Hugot-Zgodda, aktiv im Förderverein "Wege gegen das Vergessen" und Dr. Holger A. Dux, VHS Aachen.

Anmeldungen und Terminabsprachen an : aachen@dgb.de

Rundgang1 (Dauer: 90-120 Minuten); NS-Zeit in Aachen
Vom Rathaus aus beschäftigen wir uns mit verschiedenen Facetten der NS-Zeit. Was wurde aus den Gewerkschaften? Gab es Arisierungen? Wie veränderte sich der Unterricht an Schulen und an der Hochschule? Was war mit der Heiligtumsfahrt 1937? Diese und viele weitere Fragen beantworten wir bei unserem Spaziergang in einem erweiterten Kreis um das Rathaus.

Treffpunkt: vor dem Aachener Rathaus

Rundgang 2 (Dauer: 90-120 Minuten): Die letzen Kriegstage in Aachen
Von der Hotmannspief aus gehen wir über die Alexanderstraße entlang des Alleenrings zum Ponttor. Unterwegs kommen wir u.a. an Bunkern, dem Quellenhof und der Marienburg vorbei. Alle Orte sind eng mit den Ereignissen der letzten Kriegstage in Aachen verknüpft. Darunter beschäftigen wir uns auch mit Orten, die nicht in direkter Verbindung zum Krieg stehen, wie z.B. "Os Oche" am Hansemannplatz.

Treffpunkt: Hotmannspief / Bankgruppe vor Sporthaus Drucks

 

Das Veranstaltungsprogramm finden Sie im beigefügten Flyer auch noch einmal zum download.

Die Veranstaltungen sind kostenfrei. Bei Interesse an den Stadtrundgängen melden Sie sich bitte unter aachen@dgb.de  Für die Einladung zu friedenspolitischen Themen in den Schulunterricht wenden Sie sich bitte an unseren Kooperationspartner, den Aachener Friedenspreis:  unterricht@aachener-friedenspreis.de.