Deutscher Gewerkschaftsbund

05.01.2015

Hein Kolberg ist verstorben - Aachen verliert eine große Persönlichkeit

Hein Kolberg

Hein Kolberg Foto: Harald Krömer

 

In der Nacht vom 1. auf den 2. Januar ist Hein Kolberg im Alter von 93 Jahren verstorben. Damit verliert die Stadt Aachen eine ihrer ganz großen Persönlichkeiten.

Seine Kindheit und die Jugendjahre waren eine entbehrungsreiche Zeit, die er als Sohn einer Arbeiterfamilie in Aachen verbracht hat. Der Faschismus und der Krieg haben aus ihm einen unermüdlichen Kämpfer für die gute und gerechte Sache gemacht. Hein Kolberg war fortan  ein unermüdlicher Gewerkschafter, ein engagierter Friedensaktivist und ein konsequenter Antifaschist. Noch bis vor wenigen Monaten hat er Schulklassen besucht, um dort als Zeitzeuge über die Verbrechen des Nationalsozialismus und die schrecklichen Ereignisse des Krieges zu berichten. 1947 begann Hein Kolberg bei der Reifenfirma Englebert in Aachen zu arbeiten. Er wurde Mitglied der Industriegewerkschaft Chemie. Dort wählte man ihn bald zum Betriebsratsvorsitzenden. Er gehörte zwischen 1955 und 1963 dem DGB-Kreisvorstand in Aachen an. Verschiedene Tätigkeiten führten ihn schließlich zur Druckerei Plambeck in Neuss. Auch dort wurde er von den Kolleginnen und Kollegen in den Betriebsrat und zum Vertrauensmann gewählt. In dieser Zeit trat er der IG Druck und Papier bei, der späteren IG Medien und heute ver.di. Dort blieb er bis zu seinem Tode Mitglied. Für seine gewerkschaftlichen Verdienste verlieh ihm der Deutsche Gewerkschaftsbund im Jahr 2002 die Hans-Böckler-Medaille.

Die Erfahrungen des Krieges machten aus Hein Kolberg einen überzeugten Antimilitaristen. Er engagierte sich daher konsequent in der Friedensbewegung und wehrte sich gegen die Remilitarisierung und Wiederbewaffnung Deutschlands. Ende der 80er Jahre gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Aachener Friedenspreises. Der Verein verlieh ihm 2011 die Ehrenmitgliedschaft.

Unvergessen bleiben seine engagierten Redebeiträge auf zahlreichen Veranstaltungen und Kundgebungen. Seine Konsequenz und seine Ausdauer werden uns immer in Erinnerung bleiben und gleichzeitig Antrieb sein, für die kommenden Aufgaben und Herausforderungen.  

Hein Kolberg wird uns fehlen.

 

Ralf Woelk


Nach oben
22.11.2018
DGB-Index Gute Arbeit 2018
Ho­he emo­tio­na­le Be­las­tun­gen bei der Ar­beit mit Men­schen
von Reiner Hoffmann
Verzweifelter Mann am Schriebtisch mit Laptop und Smartphone
DGB/choreograph/123rf.com
Trotz positiver Konjunktur und guten Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt bewerten die Beschäftigten in Deutschland ihre Arbeitsbedingungen kritisch. Das ist ein Ergebnis des DGB-Index Gute Arbeit 2018, der heute in Berlin vorgestellt wurde. Insbesondere psychische Belastungen, Stress bei der Arbeit sowie die Sorge vor einer fehlenden Alterssicherung treiben die Menschen um.
Zur Pressemeldung
26.11.2018
DGB NR­W: Schul­fach Wirt­schaft geht an ge­sell­schaft­li­cher Rea­li­tät vor­bei
Schule, Uhr
DGB NRW
Die Landesregierung will das Schulfach Wirtschaft an allen weiterführenden Schulen einführen. Das kritisiert DGB NRW-Vorsitzende Anja Weber: "In Zeiten, in denen Ausländerfeindlichkeit, Antisemitismus und rechtes Gedankengut wieder salonfähig werden, brauchen wir keinen Kniefall vor der Wirtschaft, sondern vor der Demokratie."
Zur Pressemeldung